Kinder in Trauer

Ab welchem Alter kann mein Kind in die Trauergruppe?
Zurzeit können Kinder frühestens ab dem Vorschulalter an der Minis-Gruppe teilnehmen.

Sind die Gruppen nach Alter geordnet?
Da Kinder und Jugendliche ein unterschiedliches Verständnis von Tod und Trauer haben, sind unsere Gruppen nach Alter geordnet: Minis (5 – 8 J.), Kids (9 – 11 J.), Teenies (12 – 14 J.), Youngsters (15 – 18 J.)

Gibt es eine Trauergruppe für junge Erwachsene?
Wir bieten eine Trauergruppe für Jungerwachsene (18 – ca. 30 Jahre) an. Hier haben sie die Möglichkeit Gleichaltrige kennenzulernen, sich miteinander auszutauschen, sich Zeit zu nehmen für Erinnerungen an den verstorbenen Menschen…. und den Blick wieder nach vorne zu richten.

Wie viele Kinder sind in einer Gruppe?
Bis zu 8 Kinder/Jugendliche können an einer Trauergruppe teilnehmen. Die Gruppen werden jeweils von 2 ausgebildeten Trauerbegleiterinnen geleitet.

Wie lange dauert der Gruppenprozess? Wie oft kommen die Kinder, Jugendlichen oder Jungerwachsenen in der Regel?
Die Gruppen treffen sich im 14-tägigen Rhythmus. Unsere Trauerbegleitung orientiert sich ganz an den individuellen Bedürfnissen jedes einzelnen Kindes, Jugendlichen oder Jungerwachsenen. Das heißt, dass die Teilnahme an einer Gruppe sehr unterschiedlich sein kann – von einem 1/2 Jahr bis über 2 Jahre.

Was wird in der Trauergruppe gemacht?
Wir möchten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihr Selbstvertrauen, das durch den Tod des nahestehenden Menschen häufig sehr erschüttert wurde, mit Hilfe von vielerlei kreativen Angeboten, Auseinandersetzen mit dem Verlust, spielen, toben etc., wieder zu stärken und ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken.

Muss man da immer nur traurig sein?
Hier hat alles seinen Raum: traurig sein, albern sein, wütend sein, fröhlich sein, Spaß haben, weinen, lachen, Null Bock haben oder einfach nur chillen…

Ist das nicht zu viel für die Kinder, Jugendlichen und Jungerwachsenen, auch noch die Trauer der anderen zu hören?
Kinder und Jugendliche fühlen sich oft sehr einsam und allein gelassen in ihrem Umfeld (z.B. im Freundeskreis oder im Klassenverband) und empfinden den Austausch mit Gleichaltrigen aus der Trauergruppe eher als entlastend und tröstlich, da sie hier Verständnis erfahren – sie verstehen einander auch ohne große Erklärungen und Worte.

Geht es anderen Jugendlichen auch so, dass sie einfach nur normal weiterleben wollen?
“Bloß nicht auffallen” – trotz des Todes möchten betroffene Jugendliche keine Sonderrolle spielen, sondern wollen, dass alles scheinbar “normal” weitergeht. Sie haben Angst, dass ihnen die Kontrolle über ihr eigenes Leben entgleitet, darum brauchen sie in dieser Trauerphase Respekt, Offenheit, Freundschaft und Zuneigung und keine Bevormundung oder Mitleid. Im Gesprächsaustausch in der Trauergruppe erfahren sie, dass die Erfahrungen und Gefühle der anderen Teilnehmer*innen ähnlich sind und dass sie sich in diesem geschützten Raum die Zeit für sich nehmen können, die sie brauchen, um wieder an ihre Ressourcen anzuknüpfen.

Was kostet die Teilnahme an einer Gruppe?
In der Regel sind das für 2 Gruppentreffen € 20,- im Monat – Geschwister zahlen die Hälfte (Geschwisterbonus). Wenn der Beitrag nicht bezahlt werden kann, findet sich eine Lösung.

Was kostet das Einzelgespräch?
Ein Einzelgespräch kostet bei uns € 28,-.

Wie bringt man einem Kind bei, dass jemand gestorben ist?
Kinder können wenig mit Umschreibungen anfangen, die Tod und Sterben beschönigen, wie z.B. ” die Oma ist eingeschlafen” kann zu Angst vorm Einschlafen führen oder “der Papa ist jetzt an einem besseren Ort”, kann in ihnen den Wunsch erwecken, auch dorthin zu gehen.
Es ist wichtig und hilfreich, Kindern zu erklären, dass wenn das Herz nicht mehr schlägt, der Körper aufhört zu funktionieren, man kann nicht mehr atmen, nicht mehr sprechen, laufen, essen etc… (Buchtipp für Kinder ab 3 Jahren “Kommt Papa gleich wieder” von Elke & Alex Barber). Fragen der Kinder sollten ehrlich ihrem Verständnishorizont entsprechend beantwortet werden, sodass auch später nichts mehr zurückgenommen werden muss. Kinder dürfen und sollen die Gefühle der Erwachsenen mitbekommen, dabei lernen sie, dass Weinen und tiefe Traurigkeit etwas Normales ist, das zum Leben dazugehört.

Sage ich meinem Kind, dass sich Mama, Papa oder ein*e Angehörige*r selber umgebracht hat oder verschweige ich das?
Grundsätzlich sollten Kinder nicht zur Auseinandersetzung mit Tod und Trauer gezwungen werden – sie sollten aber auch nicht davor bewahrt werden. Kinder spüren sehr schnell, wenn ihnen etwas “Schlimmes” verheimlicht wird und das führt bei ihnen in den meisten Fällen zu Vertrauensverlust und Einsamkeitsgefühlen. Kinder benötigen Geborgenheit und jemanden, dem sie sich anvertrauen können. Deshalb ist es ratsam, Kinder mit einzubeziehen und der Entwicklungsphase entsprechend, sie behutsam zu informieren. Bezugspersonen sollten sich von daher nicht scheuen, wenn sie sich unsicher sind, sich beraten und begleiten zu lassen.