Kinder in Trauer
02
JUL
2015

Sollen die Kinder (3 und 9 Jahre) mit auf die Beerdigung der Großmutter?

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Kindern die Möglichkeit zu geben, bei Trauerfeiern und Beerdigungen dabei zu sein, ist wichtig. Auch sie sind Teil der trauernden Familie, haben eine Beziehung zu dem verstorbenen Menschen und können – in einer eigenen Form – Abschied nehmen,  den Verlust erfassen und begreifen, dass nun etwas anders ist als vorher. Eine Bestattung/Trauerfeier ist eine besondere Situation, schädlich oder traumatisch ist sie für ein Kind jedoch ganz sicher nicht.

Wenn Sie befürchten, dass Sie sich selbst nicht auf Ihre eigene Trauer konzentrieren und nicht in Ruhe Abschied nehmen können, wenn die eigenen Kinder mitkommen, dann empfehlen wir, eine den Kindern nahe stehende, vertraute Person zu bitten während der Beerdigung für sie da zu sein und alle Fragen der Kinder (Ist die Oma im Sarg oder im Himmel?) wahrheits- und kindgemäß zu beantworten. Wichtig ist auch, den Kindern vorher genau zu erklären, was geschehen wird. Als Option kann den Kindern auch angeboten werden, dass die  Begleitperson mit ihnen hinaus und ggf. woanders hingeht, wenn sie merken, dass sie nicht mehr sein wollen oder können. So sind alle Möglichkeiten für das Kind gegeben.

Kinder lassen so viel von dem Erlebten und den Eindrücken an sich heran, wie sie verkraften können. Vielleicht möchten sie noch etwas mit in den Sarg hineinlegen zum Beispiel, schön ist auch wenn in der Trauer-Rede von den Kindern gesprochen wird, sie also mit einbezogen werden.

Die besten Beerdigungen der Welt von Ulf Nilsson (siehe Buchtipp) ist ein Buch, das zu diesem Thema sehr hilfreich ist und den Kindern vorgelesen und gezeigt werden kann.

Über den Autor
Wilfried Fuchs ist 1. Vorsitzender des Hamburger Zentrums für Kinder und Jugendliche in Trauer e. V. .